Die Geschichte von der Summertime

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Bei der Taufe von der Summertime während Sail Kampen 2002 bekam Nikki folgende Geschichte: :

Erzählungen rund um ein altes/neues Schiff durch Herrn A.D. De Bes und Herrn Chr. Van Velzen, Kapitän und Steuermann 1959 – 1964.

In Kampen war ein junger Unternehmer, Nikki Timmermann, Eigner des Klippers ”De Hester” der für die Rederei ”Hanzestad Compagnie” fuhr. Er war auf der Suche nach einem zweiten Frachtschiff um dieses umzubauen zu einem Segelschiff. Dieser Nikki Timmerman fand nach gutem Abwägen schließlich in der ”Anne S” ein geeignetes Objekt für seine großen Pläne.

De Wiljo, später die Anne S im Hafen von Köln

Mit dem Bau von der ”Summertime” begann auch die Recherche nach der Geschichte des Schiffes. 1937 wurde der Auftrag für den Bau des Motorschiffes ”Spes” durch den Herren Stoter an die Werft Bijsma in Wartena, Friesland gegeben. Nach Fertigung wurde das Schiff als ”Spes” in die Fahrt gebracht. Mit seiner Länge von 43m und einer Breite von 6,8m sowie einem Tiefgang von ca. 2,30m hatte die ”Spes” ein Ladevermögen von 350t. Bewegt wurde das Schiff durch einen 4 Zylinder MWM  Dieselmotor mit einer Leistung von 240 PS bei 330 Umdrehungen pro Minute. Für diese Zeit ein außergewöhnlich schnelles Schiff mit besonders hoher Leistung.

Wiljo in de haven van Keulen

Wiljo im Hafen von Köln

Bereits kurze Zeit später wurde das Schiff durch einen uns unbekannten Grund verkauft an den Herrn Verwoerd aus Lobith.

Unter dem Namen ”Wiljo” blieb das Schiff bis 1962 sein Eigentum. Zur Zeit des zweiten Weltkrieges wurde aufgrund von Mangels an Diesel der Dieselgenerator durch einen Gasgenerator ersetzt. Dadurch konnte das Schiff bis 1944 in Fahrt bleiben. Der Krieg setzte diesem ein schnelles Ende. Um zu verhindern dass die Besatzer sich das Schiff aneignen wurde es im Twente-Rheinkanal bei Almen durch ein Loch in der Seite des Schiffes zum Sinken gebracht.

In de machinekamer

In der Maschinenkammer 

Nicht lang danach wurde auch die Schleuse in Eefde zerstört. Dadurch lief der Twente-Rheinkanal leer. Die ”Wiljo” kam auf dem Trockenen zu liegen, so wie man auf dem Foto sehen kann.

Hoog en droog

Hoch und trocken 

Nach dem Ende des Krieges 1945 wurde die ”Wiljo” wieder repariert.

Na het einde van de oorlog werd het gat in de Wiljo gerepareerd

Da noch kein Wasser zurück im Kanal war, wurde das Loch im Schiff schnell repariert. Nachdem auch die Schleuse wieder Heile war, floss das Wasser in den Kanal und die ”Wiljo” konnte wieder treiben.

Von hier aus wurde das Schiff zur Werft ”van Bodewes” in Millingen am Rhein geschleppt. Hier wurde der restliche Schaden fachkundig repariert. Außerdem wurde das Schiff 17m länger gemacht, was zu einer totalen Länge von 57m führte.

Met kombuis voor de achterroef

Steuerhütte 

Der Eigenar des Schiffes, der Herr Verwoerd, verlängerte das Schiff um konkurrenzfähig zu bleiben. Dadurch war das Schiff auch ökonomisch für die neuen Zeiten gewappnet. Auch wurde ein Verbleib für die Crew geschaffen.

Met een roef voor de stuurman en matroos

Verbleib für Steuermann und Matrose 

Der erste Kapitän von der ”Wiljo” war D. Van Wijngaarden (1938 – 1957) gefolgt von J. Lubbingen (1957 – 1959) und A.D. De Bes (1959 – 1962). Nach dem Tod von Herrn Verwoerd im Jahre 1962 wechselten Eigner und Name des Schiffes einige Male. Der Herr Smit aus Groningen taufte das Schiff  ”Elda”; der Herr De Vries (Kapitän und Eigner) aus Vreeswijk machte darauf ”Taunus” und der Herr Sybranda (Kapitän und Eigner) aus Sneek fand ”Anne S” einen schönen Namen. Durch die Sanierung der Binnenfahrtflotte des Rheins war die ”Anne S” für die Verschrottung bestimmt. Das sollte eigentlich das Ende der Geschichte sein…wenn da nicht der junge Unternehmer aus Kampen mit einem Plan gekommen wäre, und so weiter und so fort…

Die Ausführung dieses Planes ist nur bekannt unter dem Namen ”Summertime”, und sie befinden sich grade auf diesem Schiff.

Am Ende dieser Geschichte wollen wir, der Kapitän A.D. De Bes und der Steuermann Chr. Van Velzen (1959 – 1964) gerne den Wunsch aussptechen, dass die Besatzung das Schiff mit viel Erfolg fahren wird. Wir sind davpn überzeugt dass sich Besatzung und Passagiere schnell zu Hause fühlen werden.

Während des Baus der Summertime kamen die Herren De Bes und Van Velzen mehrere Male vorbei um zu schauen wie die Anne S umgebaut wurde zur Summertime. Gemeinsam haben sie Erinnerungen aus ihrer Zeit hervorgeholt. Und vor allem diskutiert wer denn nun welche Beule in das Schiff gefahren hat.